AVR Max 4.8 Schachcomputer

Ich spiele zwar sehr selten (und auch nicht sonderlich gut) Schach, jedoch haben mich Schachcomputer schon immer fasziniert. Besonders interessant finde ich die „Stand-Alone“ Schachcomputer, welche über nur geringe Resourcen verfügen. Dazu zählen eine CPU mit 8bit Datenbus, meist ein paar KByte-RAM und ROM. So einen wollte ich bisher immer mal gerne selber bauen. Jedoch nach einiger Recherche im „Internetz“, wurde mir die Komplexität einer Schachengine deutlich. Diese in brauchbarer Spielstärke >800 ELO und Zeit zu programmieren ist für mich nicht möglich. So wollte ich zumindest die Hardware für meinen Schachcomputer selbst anfertigen, jedoch für die Software eine bereits fertige Engine einsetzen.

Einen dieser günstigen Ebay Computer wollte ich nicht kaufen, da das integrierte Brett bei den meisten dieser Plastikbomber sehr billig wirkt. So wollte ich mir eine Art Mephisto I bauen, welcher nur eine kleine Matrix-Tastatur und 7-Segment LED Anzeige zur Verfügung stellt. So kann ich den Computer in meinem schönen Schach-Holzbrett verstauen und bei Bedarf gegen den Computer spielen. Also doch selber bauen.

Heraus kam der AVR-Max-Schachcomputer. Dieser basiert im Grunde auf einer Kopie des „AVR-Schachzwerges“ des Elektorverlages.

Die Software Micro-Max wurde von Harm-Geert Müller geschrieben und wurde von Andre Adrian auf einen ATMega88 portiert. Das heißt auch dieser Schachcomputer muss mit 1Kb RAM auskommen.

Der Schachcomputer läuft mit zwei AA Batterien, dank dem Atmega88PA runter bis 1,8V.

 Die Schaltung

AVR Max Schaltplan

Der Schaltplan entspricht im großen und ganzem den von Elektor. Nur die Platine habe ich komplett neu geroutet.

AVR Max Platine

Die Platine habe ich bei Itead fertigen lassen. Man bekommt bei diesem Platinenhersteller gleich 10 Stück mit einer Bestellung für 20 Euro +10 Euro Versand. Macht einen Stückpreis von 3 Euro. Mit der Qualität bin ich mehr als zufrieden. Das Board ist doppelseitig Durchkontaktiert, mit Lötstocklack und Bestückungsdruck versehen.

Unbestückte Platine

Ein kleiner Fehler hat sich dann doch beim Layouten eingeschlichen…. Der AVR Pin AVCC ist für die Versorgung des ADC zuständig, jedoch auch für die Stromversorgung von PortC   🙁    Das wusste ich zu dem Zeitpunkt nicht und hab den Pin nicht mit Vcc verbunden. Die Schaltung funktioniert zwar auch so, jedoch sollte man den Pin mit einer kleinen Brücke an die positive Versorgung anschließen. Im neuem Schaltplan/ Layout ist dies schon behoben.

Ich habe noch ein paar Platinchen übrig, die ich zum Selbstkostenpreis abgeben kann. So kann sich, wer will, auch einen kleinen Retro-Schachcomputer selbst bauen.

Der Schaltplan und das Layout kann hier im Eagle CAD Format runtergeladen werden: AVR-Max

Die Software/ Hexfile kann bei Elektor kostenlos bezogen werden (siehe Elektor-Link oben).

Ich habe bei Reichelt eine Teileliste erstellt. Diese enthält alle nötigen Bauelemente für die Schaltung: AVR Max Bestellliste

4 Kommentare zu “AVR Max 4.8 Schachcomputer
  1. Rainer Kirste sagt:

    Hallo Micha,

    sehr erfreut und beeindruckt bin ich von deinem Projekt Schachcomputer.
    Auch ich habe im Jahr 1987 schon einmal einen Schachcomputer auf Basis des U880 Prozessors auf einer Lochrasterplatte aufgebaut. Der hat nun nach 30 Jahren fröhlichen Spielens den Geist aufgegeben.
    Nun würde ich sehr gerne versuchen dein Projekt AVR-MAX 4.8 in die Praxis umzusetzen.
    Wenn Du also noch eine Platine, oder gar einen schon programmierten ATmega88-Controller in deiner Bastelkiste für mich übrig haben solltest würde ich gerne mit dir ins Geschäft kommen. Sonst werde ich das Projekt wohl mal wieder auf einer Lochrasterplatte realisieren. Ich wäre dir in jedem Fall für eine Antwort sehr dankbar. Das ich es ehrlich meine siehst du an den Bildern von meinem selbst gebauten Schachcomputer, welche ich dir gesondert zuschicke.
    In Verbundenheit mit dem schönen Hobby der Elektronik.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rainer Kirste

  2. Frank Renner sagt:

    Hallo Micha,

    das ist wirklich eine nette Umsetzung! Hast Du eigentlich noch Platinen übrig? – ich wäre vielleicht an einer interessiert!
    Du hast da einen UART Anschluss mit eindesignt – hast Du es vielleicht geschafft das „avrmaxw_48.c“ darauf zum Laufen zu bekommen??? Mich würde die xboard Schnittstelle sehr interessieren um einen Roboterarm zu realisieren…

    Viele Grüße

    Frank

    • Michael_Schreiber sagt:

      Hallo Frank,

      Ich habe noch genau zwei Platinen übrig. Ich kann die gerne eine schicken.
      Die UART Schnittstelle habe ich rausgeführt um „debuggen“ zu können. Deine Idee mit dem Roboterarm finde klasse. Die Datei „avrmaxw_48.c“ läuft ja auf meinem kleinen Computer, jedoch habe ich dort keine Uart Routinen finden können. Es sollte jedoch leicht möglich sein dort die Anzeige auf die Serielle Schnittstelle „umzuleiten“. Mit ein bischen Formatierung kann daraus auch eine X-Board Schnittstelle werden. Habe ich jedoch noch nicht probiert. Kompiliert sind 4,8Kb Speicher belegt, also noch genug Platz frei.

      Sag mir Bescheid wo ich die Platine hin schicken soll.

      Wünsche die auch noch einen guten Rutsch

      Micha

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